Naturschutzprojekt Felis-Lupus
Wolf, Wildkatze & Luchs in Thüringenlogo

Wolf (Canis lupus)

Derzeitig führt unsere Landesarbeitsgruppe Wolf des NABU-Thüringen in Zusammenarbeit mit dem Thüringer Umweltministerium, der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG), einer Vielzahl an Jägern und Forstwirten und dem Einvernehmen der zuständigen Unteren Naturschutzbehörden Ilm-Kreis und Gotha selektive Dokumentations- und Nachweismaßnahmen (Monitoring) im erweiterten Einzugsgebiet des militärischen genutzten Standorttruppenübungsplatzes "Gotha-Ohrdruf" zu Canis lupus durch. Der NABU Thüringen unterstützt damit das FFH-Monitoring des Freistaates Thüringen. Für das Gebiet auf und um den Standortübungsplatz "Gotha-Ohrdruf" bestehen derzeitig wiederholte Hin- und Nachweise für die Anwesenheit eines Wolfes (Individuum Gw 267f, Fähe aus dem Spremberger Rudel, Lausitz, Sachsen/Brandenburg). Diese nachgewiesene Wölfin ist das bislang einzig belegte wildlebende Exemplar von Canis lupus (Wolf) in Thüringen.

Seit dem unzweifelhaften fotografischen C1-Erstnachweis unserer Landesarbeitsgruppe Wolf des NABU Thüringen zu einem Wolf am Standortübungsplatz "Gotha-Ohrdruf" vom 11.05.2014 (Foto: S. Böttner) konnten wir zahlreiche Sichthinweise und Spuren dokumentieren, die darauf hindeuten, dass Canis lupus wiederholt im näheren Einzugsgebiet des Standortübungsplatzes agiert. Zu den wichtigsten Spuren, die wir sichern konnten, gehören Fellhaarreste und Losungen (Kot), die nach eingängiger Untersuchung einem Wolf zugeordnet werden konnten. Das gesicherte Spuren- und Probenmaterial wird derzeitig regelmäßig am Senckenberg-Labor für Wildtiergenetik in Gelnhausen auf Genetik untersucht. Hierüber lässt sich zweifelsfrei der Verursacher der genetischen Spuren feststellen. Erste Ergebnisse zur Genetik bezüglich einer Losungsprobe vom 31.05.2014 legen nahe, dass es sich bei dem fotografierten "Wolf von Ohrdruf", um eine durch genetische Untersuchungen belegte junge Fähe (Individuum GW267f) aus dem sog. Spremberger Rudel in der Lausitz (Sachsen/Brandenburg) handelt, die über die Region um Zwickau (Wilkau-Haßlau, nahe der A 72) nach Thüringen eingewandert ist. Dort konnten bereits am 30.03.2014 Fellhaarproben der Fähe sichergestellt werden (vgl. Karte unten). Derzeitig muss man davon ausgehen, dass die Wölfin den erweiterten Einzugsbereich des Standortübungsplatzes "Gotha-Ohrdruf" regelmäßig nutzt und weiterhin aufsuchen wird. Der letzte aktuelle genetisch verwertbare Losungsfund aus der Region stammt vom 31.10.2015. Die letzten aktuellen visuellen Belege stammen vom 08.03.2017. Als "standorttreu" (resident) kann man Wölfe dann bezeichnen, wenn sie über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten wiederholt in einer bestimmten Region nachgewiesen werden.

Abb. oben: Standbild einer Video-Aufnahmen mittels Kamerafalle am StTrÜbPl "Gotha-Ohrdruf" vom 22.12.2014. Zu erkennen sind die typischen Merkmale eines Wolfes: der sogenannte annähernd dreieckige Sattelfleck über der Schulter, die ausgeprägte Hochbeinigkeit, der nach unten abgewinkelte buschige Schwanz (Rute) mit schwarzer Schwanzspitze, das leicht abgesenkte Haupt mit hellem Fang, die verhältnismäßig kleinen dreieckigen Ohren und die gesamte Fellzeichnung.

 

      

Losung von Wolf mit Fellhaarresten der Beute (StOÜPl "Ohrdruf")

 

Losung von Wolf mit unverdauten Knochenresten (StOÜPl "Ohrdruf")

 

Wolfs-Losung i.d.R. mit Maßen von 2-3 cm Breite und ca. 25cm Länge

Abb. oben links: Losung von Canis lupus. Diese frische Losung vom 31.05.2014 erbrachte den unzweifelhaften genetischen Nachweis für die Anwesenheit der Fähe aus dem sog. Spremberger Rudel (Individuum GW267f). Noch deutlich zu erkennen sind die unverdauten Reste von Fellhaaren. 

 

Abb. oben: idealisierte "Wanderstrecke" der "Wölfin von Ohrdruf" (nach Kathrin Worschech, Mauritianum Altenburg 2014). Die Fähe stammt aus dem sog. Spremberger Rudel in der Lausitz. Die idealisierte Route via Luftlinie ergibt eine Wegstrecke von ca. 282 km.> Pressemitteilung < 

Abb. oben: "Wölfin von Ohrdruf" - höchstwahrscheinlich handelt es sich bei den Aufnahmen vom 11.05.2014 um die genetisch nachgewiesene Fähe aus dem sog. Spremberger Rudel in der Lausitz (Individuum GW267f).

Abb. oben: "Wölfin von Ohrdruf" - höchstwahrscheinlich handelt es sich bei den Aufnahmen vom 11.05.2014 um die genetisch nachgewiesene Fähe aus dem sog. Spremberger Rudel in der Lausitz (Individuum GW267f). 

Abb. oben: erster amtlich bestätigter C1-Nachweis eines Wolfes in Thüringen vom 01.11.2013 bei Jena (Foto: Kamerafalle des verantwortlichen Jagdpächters).

 Abb. oben: mutmaßlicher Wildkatzen-Nachweis vom 01.02.2015, unmittelbar im Revier der "Wölfin von Ohrdruf" beim StTrÜbPl "Gotha-Ohrdruf" (Wildtierkamerafalle)  

 

In seinem komplexen Sozialverhalten steht der Wolf dem Menschen sehr nahe. Der Wolf gilt als scheu und ist für den Menschen grundsätzlich ungefährlich. Manche Jäger sehen in ihm einen faszinierenden "Mitjäger". Der Wolf war einst ein wichtiger Wegbegleiter des Menschen und legte den Grundstock für alle Hunderassen.

Der Wolf, wie auch der Mensch, haben seit zehntausenden von Jahren Phasen unterschiedlichster Anpassungen an Warm- und Kälteperioden durchlebt. Beide waren auch seit je her wichtiger Teil des komplexen ökologischen Systems in dem sie miteinander koexistierten. Anders als der Mensch jedoch, konnte der Wolf seine Beute nie ganz ausrotten (z.B. Ur, Wisent, Wildpferd). Auch historisch bekannte "Wolfsplagen" waren letztlich in Folge anthropogener Einflüsse entstanden (z.B. 30-jähriger Krieg). 

Bis zum Ende des 19. Jh. wurde der Europäische Grauwolf auch in Thüringen für allerlei Übel verantwortlich gemacht, als gewalttätige Bestie verunglimpft, dafür gnadenlos verfolgt und schließlich ausgerottet (vgl. auch: Wölfe in Thüringen. Rudolstädter Heimathefte 2002, Bd. 48, Hft. 1/2). So auch in der Gegend um Jena. Überhaupt scheint gerade die Region um Jena an Wölfen reich gewesen zu sein (Sonderdruck Jenaer Volksblatt, 1909-1920, S. 13). Der mutmaßlich "letzte" Wolf in Thüringen wurde 1884 bei Greiz und in Deutschland bei Hoyerswerda 1904 erlegt.

Abb. oben: So genannte Wolfsfänge und -gruben als Zeugnisse der einstigen Ausrottungsgeschichte in Thüringen und Deutschland.

Abb. oben: Der Wolf als Kulturgut. Hier (Abb. oben) das Schloss von "Wolf von Tümpling" in Jena unterhalb des Jenzigs (Thüringen).

 

Abb. oben: Wer kennt sie nicht, die Großen unserer Zeit, wie Johann Wolfgang von Goethe oder Wolfgang Amadeus Mozart, in deren Namen sich der Wolf als "Kraftwesen" ganz klar artikuliert. 

 

Noch in den 1970er und 1980er Jahren kam es auf dem Gebiet der damaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR) und in den alten Bundesländern (BRD) zu vereinzelten Abschüssen.

Seit 2000 gibt es in Ostdeutschland erstmals wieder reproduzierende Wolfsbestände. Heute sind es nach aktuellen und amtlich bestätigten Angaben 70 Rudel und Paare. Das Hauptverbreitungsgebiet liegt in Sachsen und Brandenburg, darüber hinaus auch in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, in Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Der erste amtlich bestätigte Wolfsnachweis (einzelner Wolf) aus Thüringen stammt vom 01.11.2013 südlich von Jena. 

Vereinzelte Wolfsnachweise und -sichtungen in den westlichen Bundesländern und Dänemark zeugen von einer hohen Mobilität und großer Bewegungsfreudigkeit ostdeutsch-westpolnischer (z.B. Wolf von Thy, DK), aber auch italienischer Wölfe (z.B. Wolf vom Westerwald, BRD).

Die Tageslaufleistung des Wolfes kann im Mittel 30 bis 75 km betragen. Die mit GPS dokumentierte Laufstrecke des Rüden Alan (MT3) aus dem sog. Nochtener Rudel (Lausitz) erbrachte innerhalb von etwa 6 Monaten (im Jahre 2009) eine Laufleistung von rund 1550 km, von Ostdeutschland, durch Polen, über Litauen bis Weißrussland.

Die nächstgelegenen Wolfsvorkommen (Altengrabower und Annaburger Heide) liegen ca. 80 km nordöstlich der thüringischen Landesgrenze, darum muss jederzeit mit der Ankunft und der festen Etablierung von Einzelwölfen bzw. ganzen Wolfsrudeln auch in Thüringen gerechnet werden. Die Lebensbedingungen in Thüringen sind für den Wolf vergleichsweise günstig (vgl. Standortübungsplatz "Gotha-Ohrdruf").

Aufgrund dieser Tatsache und aufgrund der günstigen naturräumlichen Bedingungen zählt Thüringen - wie einige andere Bundesländer auch - zu den sog. "Wolfserwartungsländern". Thüringen bildet aufgrund seiner überregional bedeutsamen Lage (vgl. Karten) und als naturräumliches Bindeglied mit den Mittelgebirgen (u.a. Harz, Fichtelgebirge, Thüringer Schiefergebirge, Thüringer Wald), mit seinen ausgedehnten Waldflächen als Rückzugsgebiet, und den weitläufigen Heidegebietslandschaften im Norden und Osten Deutschlands, einen idealen und besonders schützenswerten Lebensraum für eine Vielzahl von schützenswerten Arten, besonders aber für den Wolf. Nach derzeitigem Kenntnisstand über die Wolfs-Ausbreitungswege kann Thüringen als ein potentielles Verpaarungsgebiet der Mitteleuropäischen-Flachland-Population und den Wolfvorkommen in Süd- bzw. Südosteuropa gelten !

Um diesen besonderen Lebensraum langfristig für unsere "Heimkehrer" zu schützen, braucht es Grundlagen und Daten über Vorkommen, Populationsentwicklung und Verbreitung. Deshalb sammeln wir alle verfügbaren Informationen (Monitoring) und werten diese mittels Datenverarbeitung aus. Darüber hinaus engagieren wir uns für eine sachliche Aufklärung aller Interessensgruppen (Jäger, Nutztierhalter, Behörden, Naturschutzverbände), sowie die Umsetzung eines Bundeswildwegeplanes für die nachhaltige Vernetzung von Naturräumen, wie er bereits durch den NABU forciert wird !

Eine besondere Herausforderung für den Schutz von Wölfen stellen streunende Hunderüden dar. Davon gibt es z.B. auf dem Standortübungsplatz "Gotha-Ohrdruf" (Thüringen) derzeitig nachweislich zwei Exemplare. Bei Verpaarung zwischen einer Wölfin und einem Haushund können unerwünschte Wolf-Hund-Hybriden entstehen. So passiert bei der Neustädter Wölfin (Lausitz), die sich im Jahre 2003 mit einem Hunderüden verpaarte und 9 Wolf-Hund-Mischlinge zur Welt gebracht hatte. Davon "verschwanden" noch 7 Welpen in ihrem ersten Lebensjahr, die anderen beiden sind Anfang 2004 eingefangen und anschließend in ein Gehege verbracht worden.

Heute gelten der illegale Abschuss und Unfälle im Straßenverkehr als hauptsächliche unnatürliche Todesursachen des Wolfes in Deutschland! (für den Zeitraum 2015/2015 weisen verschiedene Statistiken weiterhin einen ungewöhnlich hohen Zahlenwert für tödliche Wildtierunfälle auf: so wurden auch im vergangenem Jahr etwa 260.000 Wildtiere völlig unnütz auf deutschen Straßen getötet!). Hier gilt es unbedingt: langfristig Maßnahmen für einen umfassenden Schutz für unsere Wildtiere, insbesondere aber für die hochmobilen Wildtierarten wie Wolf, Luchs, Elch und auch Rotwild zu entwickeln und umzusetzen.

Wir setzen uns aktiv ein für eine gemeinsame konfliktarme Zukunft von Wolf & Mensch in Thüringen !

> Aktionsplan WOLF des NABU Thüringen <

> unterstützen Sie uns dabei <

Der aktuelle Managementplan für den Wolf in Thüringen (Download, PDF, Stand: Dez. 2015)

Ansprechpartner, Wolfsberater, Rissgutachter und Herdenschutz

 

Wolf - Ansichten

 

Wichtige Erkennungsmerkmale nach: Ökologie und Verhalten des Wolfes (Wölfe in Niedersachsen), Sebastian Körner und Britta Happe; Hrsg. LJN 2013.

Canis lupus im geschnürten Trab (hinterer Lauf steigt in die Spur des vorderen Laufes der selben Seite) - alle Läufe in einem Moment fast gänzlich ohne Kontakt zum Boden ! (Wildgatter Rabenstein, Sachsen, Foto: S. Tamás).

Der geschnürte Trab - mit diesem Hinweis kann man die Anwesenheit des Wolfes via Spuren schließen.

Man beachte die augenscheinliche Ähnlichkeit des Wolfes zu einem Goldschakal (Canis aureus), Tamaskan, Schäferhund, Saarlooswolfhund oder zu einem tschechoslowakischen Wolfhund (Verwechslungsgefahr !).

Canis lupus beim Drehen nach rechts - der hintere rechte Lauf bildet den Drehpunkt, der vordere linke Lauf schiebt nach rechts (Wildgatter Rabenstein, Sachsen, Foto: S. Tamás).  

Canis lupus von hinten - mit Blick auf den Rücken - man beachte den verhältnismäßig großen Kopf und die breite Nackenpartie (Wildgatter Rabenstein, Sachsen, Foto: S. Tamás).

Canis lupus von hinten - mit Blick auf Rumpf und auf die linke Flanke (Wildgatter Rabenstein, Sachsen, Foto: S. Tamás).

Canis lupus im geschnürten Trab - die vergleichsweise hohen Gliedmaßen sorgen für einen effizienten federnden, fast "fliegenden" Gang (Wildgatter Rabenstein, Sachsen, Foto: S. Tamás).

Canis lupus - Blick auf die linke seitliche Front und auf die linke Flanke - beachtenswert sind die "Hochbeinigkeit" und der raumgreifende Gang. Das Haupt und die Rute liegen tief (Wildgatter Rabenstein, Sachsen, Foto: S. Tamás).

Canis lupus - Blick auf die linke Seite - das Haupt und die Rute liegen tief (Wildgatter Rabenstein, Sachsen, Foto: S. Tamás).

Vergleich eines Skelettschädels vom Wildschwein mit dem eines Wolfes.

Vergleich eines Skelettschädels vom Hund mit dem eines Wolfes. Aufnahmen aus dem Phyletischen Museum in Jena während der dortigen Sonderausstellung "Wolf und Wildkatze" im Jahre 2013.

Was fressen Wölfe ? - anhand tausender am Senckenberg Museum in Görlitz untersuchter Losungen weiß man heute ganz sicher, dass in Deutschland freilebende Wölfe sich überwiegend von Rehen, Rot- und Schwarzwild, sowie Damwild ernährt. Rotkäppchen fanden sich nachweislich noch nicht in den Losungen.

 

Das aus etwa 3 bis 10 Individuen bestehende Wolfsrudel der Mitteleuropäischen Flachlandpopulation existiert in der Regel in einem natürlichen Familienverband: dem Elternpaar, den Jährlingen (den Welpen der zurückliegenden beiden Vorjahre) und den jüngst geborenen Welpen. Diese natürliche Zusammensetzung eines Wolfsrudels ist nicht mit den Zwangsgemeinschaften von Gehegewölfen in Zoos oder Tierparks zu vergleichen, die dort auf zu engen Raum leben müssen und aus Wölfen unterschiedlicher Herkunft künstlich zusammengeführt worden sind.

 

Nachweise und Dokumentation von Wolfsspuren

 

Einer von drei Wölfen bei der Querung in ca. 200m Entfernung. Aufgenommen am 27.01.2013 von Jos de Bruin bei einer gemeinsamen Exkursion im Revier Nochten (Muskauer Heide, Lausitz).


Ein weiterer von drei Wölfen bei der Querung in ca. 200m Entfernung. Aufgenommen am 27.01.2013 von Jos de Bruin bei einer gemeinsamen Exkursion im Revier Nochten (Muskauer Heide, Lausitz).


Wolfsspur im Sand, sog. geschnürter Trab, unverwechselbares typ. Trittmuster eines Wolfes. Hinterpfote steigt in Trittsiegel der Vorderpfote der selben Körperseite. Länge eines Pfotenabdrucks (ohne Krallen): 8 bis 10 cm, Breite: 7 bis 9 cm. Foto: LUPUS.


Vermessung eines Trittsiegels eines Caniden, vermutlich von der "Wölfin von Ohrdruf" (Ind. Gw267f). Gemessen wird das Trittmuster in Länge und Breite (ohne Krallenabdrücke). Aufgenommen am 07.02.2015 am StOÜPl "Gotha-Ohrdruf" (Thüringen).


Vermessung der Schrittmaße einer Canidenspur im typischen geschnürten Trab, vermutlich von der "Wölfin von Ohrdruf" (Ind. Gw267f). Gemessen wird von Fersenkante zu Fersenkante unter Auslassung des mittleren Abdrucks (Schrittlänge). Aufgenommen am 07.02.2015 beim StOÜPl "Gotha-Ohrdruf".


Canidenspur zieht ins Unterholz, vermutlich von der "Wölfin von Ohrdruf" (Ind. Gw267f). Im Unterholz ist es durchaus sinnvoll nach typischen Fellhaaren von Caniden zu suchen. Insbesondere das dichte Geäst fungiert wie ein Kamm, in dem Fellhaare des durchziehenden Tieres hängen bleiben können. Aufgenommen am 07.02.2015 beim StOÜPl "Gotha-Ohrdruf".


Die Fellhaare (hier Wollhaare des Unterfells) eines Candiden lassen sich an den Geästspitzen des Unterholzes, mit entsprechenden Kenntnissen, relativ leicht von anderen Tieren unterscheiden. Allerdings benötigt man ein geschultes Auge und eine einigermaßen sterile Herangehensweise bei der Sicherung des Probenmaterials.  Aufgenommen am 07.02.2015 beim StOÜPl "Gotha-Ohrdruf".


Losung (Kot) eines Caniden, vermutlich von der "Wölfin von Ohrdruf" (Ind. Gw 267f). Deutlich zu sehen sind die borstigen Reste von Fellhaaren eines Wildschweins, eines der Hauptbeutearten des Wolfes neben Reh und Rotwild. Aufgenommen am 07.02.2015 beim StOÜPl "Gotha-Ohrdruf".


Sicherung und Dokumentation einer Losung (Kot) eines Caniden, vermutlich von der "Wölfin von Ohrdruf" (Ind. Gw 267f). Im Anschluss erfolgt die Überstellung des Probenmaterials an das Senckenberg-Labor für Wildtiergenetik in Gelnhausen. Hier im Referenzlabor für das genetische Wolf-Monitoring in Deutschland wird das Probenmaterial sowohl auf artspezifische, als auch auf individual-spezifische DNA untersucht. Der Verursacher kann mit modernsten naturwissenschaftlichen Verfahren zweifelsfrei festgestellt und geklärt werden. Dieses Vorgehen ist für ein fachlich korrektes Monitoring unerlässlich. Aufgenommen am 07.02.2015 beim StOÜPl "Gotha-Ohrdruf".


 

Trittsiegel zweier Wölfe vereint zu einer Spur. Laufeffektivität im Schnee spart kostbare Kraftreserven. Aufgenommen am 27.01.2013 im Revier Nochten (Muskauer Heide, Lausitz).


Stephan Kaasche bei der Dokumentation einer typ. Wolfsspur (geschnürter Trab) als Nachweis für einen Wolfswechsel. In der Regel beträgt das Schrittmaß eines Wolfes im geschnürten Trab etwa 110 bis 140cm. Die Spur verläuft in der Regel quasi geradlinig. Spuren von Hunden verlaufen dagegen eher unruhig und wechseln oft nach kurzen Abständen die Richtung. Aufgenommen am 27.01.2013 im Revier Nochten (Muskauer Heide, Lausitz).


Stephan Kaasche beim Vergleich zwischen Trittsiegel eines Wolfes (Gipsabdruck) und dem Pfotenabdruck seines Hundes. Aufgenommen am 27.01.2013 im Revier Nochten (Muskauer Heide, Lausitz).


Spuren einer Querung von zwei Wölfen. Lübtheener Heide vom 19.08.2013 (Grenze des TÜP rechts im Bild). Blick nach Norden. Genauste Dokumentation vor Ort ermöglicht hohe Wahrscheinlichkeiten bei der eindeutigen Zuordnung von Spuren nach den sog. SCALP-Kriterien (siehe auch > Verbreitung).


Spuren einer Querung von zwei Wölfen (hier Spur 2, neben der eines Wildschweines). Lübtheener Heide vom 19.08.2013.


Spuren einer Querung von zwei Wölfen (hier Spur 2, neben der eines Wildschweines). Lübtheener Heide vom 19.08.2013.


Spuren einer Querung von zwei Wölfen (hier Spur 1). Lübtheener Heide vom 19.08.2013.


Spuren einer Querung von zwei Wölfen (hier Spur 1). Lübtheener Heide vom 19.08.2013.


Spuren einer Querung von zwei Wölfen. Lübtheener Heide vom 19.08.2013 (Grenze des TÜP links im Bild). Blick nach Süden.


Fellhaar eines Wolfes (?) an einem Ast (nach einer Querung von zwei Wölfen von einem Waldfahrweg ins Unterholz). Lübtheener Heide vom 19.08.2013. Blick nach Westen.


Das Erkennen und Zuordnen von Spuren sind das A & O der Dokumentation von Wolfsvorkommen. Hier bei einer gemeinsamen Exkursion während einer WoBo-Schulung zusammen mit Markus Rudolf (NABU-Wolfsbeauftragter des Landes Meck-Pomm). Lübtheener Heide vom 18.08.2013 (an der Grenze des TÜP).


Das Erkennen und Zuordnen von Spuren sind das A & O der Dokumentation von Wolfsvorkommen. Entscheidend dabei sind Größe, Form, Abstand und Spurverlauf. Hier bei einer gemeinsamen Exkursion während einer WoBo-Schulung zusammen mit Markus Bathen (NABU-Wolfsexperte). Lübtheener Heide vom 18.08.2013 (an der Grenze des TÜP).


Auch andere Wildtierspuren wie hier vom Wildschwein zeigen große Variationen und geben Aufschluss über individuelles Bewegungsverhalten. Hier bei einer gemeinsamen Exkursion während einer WoBo-Schulung zusammen mit Markus Bathen (NABU-Wolfsexperte). Lübtheener Heide vom 18.08.2013 (an der Grenze des TÜP).


Trittsiegel eines Wolfes. Aufgenommen am 05.04.2014 im Revier Nochten (Muskauer Heide, Lausitz). 


Wolfslosung, in der Regel mit typ. Resten von unverdauten Zähnen, Knochen, Hufschalen und Fellbestandteilen. Eine zweifelsfreie Bestimmung erfolgt via DNA-Analyse im Labor (Senckenberg-Museum, Görlitz). Aufgenommen am 27.01.2013 im Revier Nochten (Muskauer Heide, Lausitz).


 

Dokumentation einer Wolfslosung mittels GPS-Kartierung, Nachweisfoto, Beschreibung und Vermessung. Aufgenommen am 27.01.2013 im Revier Nochten (Muskauer Heide, Lausitz).


Stephan Kaasche zeigt eine Wolfslosung aus gänzlich unverdauten Fellresten eines Wildschweins. Aufgenommen am 27.01.2013 im Revier Nochten (Muskauer Heide, Lausitz).


Häufig sind Wolfslosungen an dem typ. Geruch zu erkennen (hier Wolfexperte Jos de Bruin in Aktion - nicht zur Nachahmung empfohlen!).


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Wolfslosung mit Resten von Wildschwein-Grannen. Aufgenommen am 05.04.2014 im Revier Nochten (Muskauer Heide, Lausitz).  


Wolfslosung mit Resten von Reh-Decke und Hufschalen. Aufgenommen am 05.04.2014 im Revier Nochten (Muskauer Heide, Lausitz).


Wolfslosung ausschließlich mit Resten von unverdauten Knochenrückständen (Knochenmehl). Aufgenommen am 05.04.2014 im Revier Nochten (Muskauer Heide, Lausitz).     


Frisch abgesetzte Losung eines Wolfes. Lübtheener Heide vom 18.08.2013 (an der Grenze des TÜP).


Sicherung einer frisch abgesetzten Losung eines Wolfes für die genetische Analyse. Hier bei einer gemeinsamen Exkursion während einer WoBo-Schulung zusammen mit Markus Bathen (NABU-Wolfsexperte). Lübtheener Heide vom 18.08.2013 (an der Grenze des TÜP).


Sicherung eines Stückes einer frisch abgesetzten Losung eines Wolfes für die genetische Analyse.  Lübtheener Heide vom 18.08.2013 (an der Grenze des TÜP).


Sicherung einer frisch abgesetzten Losung eines Wolfes für die genetische Untersuchung (links in Alkohol) und für eine Nahrungsanalyse (rechts in der Tüte). Lübtheener Heide vom 18.08.2013 (an der Grenze des TÜP).


Sicherung einer frisch abgesetzten Losung eines Wolfes für die genetische Untersuchung (hier in Alkohol). Lübtheener Heide vom 18.08.2013 (an der Grenze des TÜP).


Spurensuche. Ortstermin nach unbestätigter Sicht-Meldung zu einem Wolf in der näheren Umgebung von Jena (Thüringen).


Fellhaar-Spuren am Gestrüpp als Hinweis auf Wildwechsel; hier bei Ortsbegehung nach einer unbestätigten Sicht-Meldung zu einem Wolf in der näheren Umgebung von Jena (Thüringen).


Sicherung von Fellhaaren; hier bei Ortsbegehung nach einer unbestätigten Sicht-Meldung zu einem Wolf in der näheren Umgebung von Jena (Thüringen). Jedes noch so kleine Indiz wird gesichert und in diesem Falle zur genetischen Analyse in die TLUG bzw. in das Labor für Wildtiergenetik (Senckenberg, Gelnhausen) überstellt.
 

 

Ausführliche Informationen zur Art, zu Population und Verbreitung des Wolfes finden sie hier!