Naturschutzprojekt Felis-Lupus
Wolf, Wildkatze & Luchs in Thüringenlogo

Phyletisches Museum Jena 

Derzeit arbeiten Stefanie Griebsch und Matthias Krüger, unter Leitung von Prof. Dr. Martin S. Fischer vom Phyletischen Museum der Friedrich-Schiller-Universität Jena, an Studien zur Verbreitung der Wildkatze in Thüringen und zu deren sicheren Unterscheidung zur Hauskatze.

Die vergleichenden Untersuchungen werden an dem in ihrer Menge einzigartigen Material von zahlreichen Hauskatzen- u. Wildkatzen-Totfunden aus dem Raum Thüringen vorgenommen, welche sich in der Sammlung des Phyletischen Museums befinden. In das Untersuchungsprojekt werden ebenso die umfangreichen Sammlungsbestände an Wildkatzen aus dem Naturkundemuseum in Gera mit einbezogen. Von außerordentlicher Bedeutung ist hierbei ein Präparat von einer Wildkatze, welche 1986 bei Waldeck, nahe Hermsdorf, von einem Jäger geschossen worden ist (Inventarnr. IA5 / 295ab und 157/86). Dieses Exemplar ist der derzeit einzige sichere Nachweis für Wildkatzen-Vorkommen im Saale-Holzland überhaupt. 

Präparat der Waldecker Wildkatze im Naturkundemuseum Gera mit Inventarnr. IA5 / 295ab und 157/86 (Foto: Naturkundemuseum Gera).

Nach den bisherigen Erkenntnissen der Jenaer Wissenschaftler sind in der Thüringer Population Unterscheidungskriterien wie Darmlänge, Gehirnvolumen und Schädelindex wegen der fehlenden Überlappung der Maße sowie drei Fellmerkmale (Schwanzbänderung, Genick- und Schulterstreifung) die einzigen Merkmale, die Haus- und Wildkatzen sicher trennen. Die genetischen Analysen an dem bislang untersuchten Material haben weiter ergeben, dass Hybriden zwischen Wild- und Hauskatzen sehr selten sind (<4%). Eine Unterscheidung zwischen Wild- und Hauskatze also nur aufgrund des äußerlichen Erscheinungsbildes einer Katze vornehmen zu wollen, ist problematisch.

Untersuchungsmaterial aus dem Magazin des Phyletischen Museums in Jena (mit freundlicher Genehmigung von Präparator Matthias Krüger).

Untersuchungsmaterial aus dem Magazin des Phyletischen Museums in Jena (mit freundlicher Genehmigung von Präparator Matthias Krüger). 

Untersuchungsmaterial aus dem Magazin des Phyletischen Museums in Jena (mit freundlicher Genehmigung von Präparator Matthias Krüger).

 

Publikationen:

Hertwig ST, Schweizer M, Stepanow S, Jungnickel A, Böhle U-R, Fischer MS (2009) Regionally high rates of hybridization and introgression in German wildcat populations (Felis silvestris, Carnivora, Felidae). J Zool Syst Evol Res 47:283-297.


Krüger M, Hertwig ST, Jetschke G, Fischer MS (2009) Evaluation of anatomical characters and the question of hybridization with domestic cats in the wildcat populations of Thuringia, Germany.J Zool Syst Evol Res 47:268-282.

 

Ausstellung des Phyletischen Museums zum Thema WOLF & WiLDKATZE (beendet)

Ausstellungsvitrine: Was unterscheidet die Wildkatze von der Hauskatze ? Schädelindex, Schädelvolumen und Darmlänge

Ausstellungsvitrine: Verbreitung und Hybridisierung - letzteres bedroht ursprüngliche Arten durch Verpaarung mit domestizierten Formen

Ausstellungsvitrine: die Präparate des Museums stammen ursprünglich von Totfunden (Straßenverkehr) und werden in einzigartiger Qualität lebensecht präsentiert

Ausstellungsvitrine: der europäische Grauwolf und sein Skelett

Ausstellungsvitrine: der Balg eines Europäischen Grauwolfs (rechts) und der eines Hybriden (links)

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